TÜVIT überprüft Quantenkommunikations-Verfahren, die künftig eine abhörsichere digitale Datenübertragung gewährleisten sollen.

Die TÜV Informationstechnik GmbH (TÜVIT), ein Unternehmen der TÜV NORD GROUP, hat erfolgreich erste Sicherheitsevaluierungen an einem vollständigen System für den Quantenschlüssel-Austausch (QKD) durchgeführt. Mit modernsten Laser- und Detektionstechnologien in einem speziell hierfür errichteten optischen Labor überprüft TÜVIT dabei Quantenkommunikations-Verfahren, die als revolutionäre Zukunftstechnologien eine abhörsichere digitale Datenübertragung gewährleisten sollen.

Da zukünftige Quantencomputer herkömmliche Verschlüsselungsverfahren absehbar gefährden und brechen werden, bietet der Quantenschlüssel-Austausch eine vielversprechende Alternative. Diese Technologie nutzt die Prinzipien der Quanten-Physik, um Informationen mit einem bisher unerreichten Sicherheitsniveau zu übertragen. „Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära der Kommunikationstechnologie, die uns hinsichtlich sicherer Informationsübertragung sprichwörtlich einen Quantensprung weiterbringen und unsere digitale Welt im Idealfall abhörsicher machen wird. Im QKD-Labor von TÜVIT treiben wir die technologische Entwicklung voran und liefern damit ein weiteres Beispiel für die Innovationskraft der TÜV NORD GROUP“, sagt Dirk Stenkamp, Vorstandsvorsitzender der TÜV NORD AG.

TÜVIT testet in dem Forschungslabor erste kommerzielle QKD-Systeme. Sie bestehen aus einer Quelle, die sog. verschränkte Photonenpaare erzeugt, und zwei Empfängern, die diese Photonen empfangen und daraus einen beweisbar sicheren Schlüssel ableiten könnten. Die verschränkten Photonen werden hierbei über eine Faserverbindung übertragen. TÜVIT simuliert realistische Angriffsszenarien auf diese Verbindung, um die Sicherheit der Systeme zu validieren und sicherzustellen, dass sie den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Die Tests konzentrieren sich auf die Funktionalität und Sicherheit des QKD-Systems. „Realistisch ist anzunehmen, dass Angreifer potenziell Zugriff auf die physische Verbindung erhalten können. Genau diese Annahme liegt unseren Tests zugrunde: Wir prüfen diese Verbindung gezielt, um mögliche Angriffspfade zu identifizieren und die Robustheit der Systeme zu bewerten“, erklärt Sven Bettendorf, Projektleiter des QKD-Labor-Projekts bei TÜVIT.